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Marienkäfer

Krankheiten und Schädlinge zählen zu den bedeutendsten Faktoren beim Anbau von Nutzpflanzen. Nur wer die Biologie dieser Organismen kennt, kann sie erfolgreich kontrollieren und Obstgehölze erfolgreich anbauen.


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Krankheiten und Schädlinge an Kernobst

Apfelwickler
Apfelwickler / Obstmade(Laspeyresia pomonella, Syn: Cydia pomonella)
 
Schadorganismus
Wirtspflanzen
Bedeutender Obstschädling
Kleinschmetterling aus der Familie der Wickler
 
Schadbild
Symptome
Schadbild
Erste wurmige Äpfel fallen bereits im Juni vom Baum. Dieser frühe Befall bleibt häufig noch unbemerkt. Der größere Schaden entsteht durch die Raupen der zweiten Generation ab August bzw. kurz vor der Ernte.

Die Raupe frisst sich meist von der Seite oder von der Kelchgrube beginnend in die Apfelfrucht und arbeitet sich zum Kernhaus vor

Raupe:
Die Jungraupen sind weißlich; die älteren Raupen sind rosa gefärbt und bis zu 2 cm lang. Die Raupenentwicklung bis zur Verpuppung dauert ca. 3 bis 4 Wochen.
 
Biologie Die Raupe des Apfelwicklers überwintert in einem Kokon in Rindenritzen. Der Schlupf und der Flug der ersten Schmetterlingsgeneration beginnt im Mai. Bei warmen Abendtemperaturen über 15 Grad C finden Flug und Eiablage statt. Ein Weibchen legt in einem Zeitraum von ca. 20 Tagen bis zu 80 Eier auf Laubblätter, Fruchtstiele und Früchte ab. Nach kurzem Umherwandern bohren sich die Raupen in die Frucht ein.

Im Juli werden verlässt die Raupe die beschädigte Frucht um sich in Verstecken zu verpuppen. Ein Teil dieser Puppen überwintert, ein anderer Teil entwickelt sich noch im selben Jahr zu Faltern weiter und tritt als 2. Generation im Hochsommer (Ende Juli, Anfang August) auf.
 
Gegenmaßnahmen > Alles zu Boden gefallene Obst (Junifall und Vorernte) aufsammeln.
> Keine Früchte (Fallobst) liegen lassen.
> Im Juni können Wellpappegürtel um die Obstbäume gelegt werden.
> Diese werden von den Raupen gerne als Versteck für die Verpuppung angenommen.
> In Pheromonfallen (sind im Landhandel erhältlich) lassen sich die männlichen Falter während des Sommers fangen. Dies kann in isolierten Lagen eine leichten Befallsrückgang bringen
> zur direkten Bekämpfung Insektizide einsetzen. Es sind sowohl chemische als auch biologische Produkte im Handel
 
Weitere Bilder Schadorganismus
  Einbohrloch mit Kotkrümeln an junger Apfelfrucht im Juni.
Im Gegensatz zur Sägewespe ist das Einbohrloch trocken und nicht so stark verschmutzt.
 
 
 
Flugverlauf des Apfelwicklers an Hand von Pheromonfallenfängen
Der Flug beginnt Anfang Mai und endet erst Ende August.
Die beiden Faltergenerationen im Mai und im August lassen sich gut erkennen.
Jeweils ca. 8 Tage nach einem Flughöhepunkt ist mit dem Schlupf der Raupen zu rechnen. Dies sind wichtige Hinweise für einen möglichen Bekämpfungstermin.
 
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